Steuerberatung-Branche

StB-Kanzleien – Beste Arbeitgeber (Update 13. März 2015)

Deutschlands Beste Arbeitgeber 2015, Foto: Joana Nietfeld

Wenn es darum geht, mit dem eigenen Betriebsklima öffentlich zu punkten, kann eine Auszeichnung sicher nicht schaden. Beim Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ haben auch StB-Kanzleien gut abgeschnitten. Ich habe mich bei aktuellen Gewinnern und Vorjahres-Gewinnern kurz nach Aufwand und Nutzen erkundigt. Hier sind die Antworten:

Die Lüneburger Kanzlei Bittrich & Bittrich wurde als „Beste Arbeitgeber Niedersachsen/Bremen“ ausgezeichnet. „Hierdurch können wir uns beim Halten bewährter und beim Gewinnen neuer Fachkräfte deutlich von unseren Mitbewerbern abgrenzen“, sagt Sina Heidemann, die für die Kanzlei die Teilnahme koordiniert hat. „Die Teilnahme am Wettbewerb ist aufgrund des Benchmarks aufschlussreich. Zudem ergeben sich aus der Auswertung der Mitarbeiterbefragung Potentiale zur Verbesserung des ERM-Systems (Employer Relation Mananagement).“

Die multidisziplinäre Kanzlei Curacon (Münster, 270 Mitarbeiter) hat es in die Liste „Deutschlands beste Arbeitgeber“ geschafft, war aber bislang für ein Statement nicht zu erreichen. Update 13. März 2015: Ich konnte jetzt mit Eckhard Johanning, Partner und Personalleiter, sprechen. Er sagt:

„Wir haben drei Jahre lang intern selbst konzipierte Mitarbeiterbefragungen durchgeführt und dabei Themen wie Kommunikation, Führung und Arbeitsumfeld abgefragt. Die Erkenntnisse wollten wir durch die Teilnahme an Great Place to Work verproben und das Gesamtbild abrunden. Das Instrument Mitarbeiterbefragung hat sich bei uns inzwischen als Kommunikationskanal für ein sehr offenes, vertrauensvolles und authentisches Feedback etabliert.“ Es war der Kanzlei wichtig, handfeste Ergebnisse und Handlungsfelder aufgezeigt zu bekommen. Eine mögliche Auszeichnung sei kein Motiv für die Teilnahme gewesen, aber: „Eine Auszeichnung war uns ursprünglich weniger wichtig, aber jetzt wo wir sie erhalten haben, werden wir sie selbstverständlich für das Personalmarketing nutzen. Wir sind schon auch ein wenig stolz auf die Auszeichnung.“ Derzeit werden in der Kanzlei mit all ihren zehn Niederlassungen die Ergebnisse priorisiert und dann nach und nach umgesetzt.

Die Veteranen

Auch im Vorjahr haben Kanzleien teilgenommen und Auszeichnungen gewonnen. Was hat es gebracht?

Außenwirkung & Mitarbeitergewinnung

StB Carsten Schulz, HSP (2. Platz „Beste Arbeitgeber Niedersachsen/Bremen 2014“) sagt:

Nach Außen haben wir kräftig mit der Auszeichnung geworben. Ob es wahrgenommen wurde, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Allerdings hat sich kurze Zeit später ein junger Fachwirt bei uns beworben – aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus! Er war auf der Suche nach einer Perspektive und hat sich nirgends anders beworben. Wir haben ihn eingestellt.

StB Mario Tutas, Kanzlei TKP, Cuxhaven (1. Platz „Beste Arbeitgeber Niedersachsen/Bremen 2014“):

Es gab zwei Effekte in der Außenwirkung: Die Mitarbeiter präsentierten es stolz in ihrem Familien- und Bekanntenkreis. Und die Zahl der Initiativ-Bewerbungen stieg. Man muss es natürlich medial ausschlachten. Wir haben kurz danach die Initiativ-Bewerbung einer Fachwirtin bekommen, das ist ja sowas wie die blauen Mauritius auf dem Arbeitsmarkt.

WP CVA Matthias Upmeier, Partner der WMS Treuhand, Osnabrück (7 Partner/Gesellschafter, 20 Berufsträger, ins. 150 Köpfe), erste Teilnahme 2011 und erneute Teilnahme und Auszeichnung „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2014“ zum Thema Mitarbeitergewinnung:

Da konnten wir keine großen Effekte feststellen, aber es ging uns ja auch nicht um neue Kräfte, sondern um die Zufriedenheit der vorhandenen Mitarbeiter.

Know-how

Alle drei Veteranen haben die Erkenntnisse der Befragung genutzt und in konkrete Maßnahmen umgesetzt.

WP Matthias Upmeier, WMS-Treuhand:

Nach der Erhebung hatten wir rund 140 Themen identifiziert und sie zu größeren Themenblöcken wie Gesundheit oder Innovation zusammengefasst. Die Mitarbeiter konnten sich dann nach Vorlieben in diese Projektgruppen bewerben und bekamen ein Zeit- und Geldbudget. In den Projektgruppen wurden Lösungen erarbeitet und nach einer finalen Entscheidung durch die Partner dann auch umgesetzt. Es ging bei dem Thema Gesundheit zum Beispiel um ergonomische Arbeitsplätze und deren Ausstattung. Eine andere Gruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, Mandantenwünsche in richtige Produkte umzusetzen. Das Ergebnis: Eine digitale und gut lesbare BWA mit Liquiditätsvorschau, die ein Handwerker ohne BWL-Studium gut versteht – und gleichzeitig unsere Kosten nicht sprengt. Die Mitarbeiter haben gemerkt, dass die Kanzleileitung etwas nachhaltig verbessern möchte. Bei der zweiten Teilnahme 2014 waren die Zufriedenheitswerte deutlich gestiegen und wir wurden als „Beste Arbeitgeber“ ausgezeichnet.

StB Carsten Schulz, HSP:

Besonders bei Vereinbarkeit Familie/Beruf und Identifikation mit dem Arbeitgeber haben wir Bestnoten bekommen. Das Erweckungserlebnis waren aber die Schwachstellen: Kommunikation in der Kanzlei, Einbeziehung der Mitarbeiter, da hatten wir eine Backpfeife bekommen. Nach der Auszeichnung hat sich ein Berater bei uns gemeldet und wir haben dann mit ihm die Themen Kanzeileitbild, Grundsätze der Kommunikation und so weiter aufgearbeitet. Das war langwierig und anstrengend, wurde aber im Rahmen des Programms Unternehmenswert Mensch großzügig bezuschusst.

StB Mario Tutas, TKP:

Wir haben auch Informationen bekommen, was bei uns nicht so gut läuft – nämlich das Thema Work-Life-Balance. Deshalb bieten wir jetzt auch Betriebssport und eine ‚Burn-out-Sprechstunde‘.

Wenn Sie wissen möchten, was es mit der Burn-out-Sprechstunde auf sich hat, werfen Sie einen Blick auf die vollständigen Interviews ganz unten.

Über Great Place to Work

„Great Place to Work“ erfragt die Mitarbeiterzufriedenheit in einem anonymen Verfahren, stellt Erhebungen zur Personalpolitik des teilnehmenden (und zahlenden) Unternehmens an und zeichnet sie bei guten Ergebnissen aus. Die nationale Auszeichnung „Deutschlands beste Arbeitgeber“ steht Unternehmen ab 50 Mitarbeitern offen, kleinere Unternehmen können in regionalen Wettbewerben teilnehmen, z.B. „Beste Arbeitgeber Niedersachsen/Bremen“.

Unternehmen können sich bei Great Place to Work Unterstützung zur Erforschung und Verbesserung der Arbeitskultur holen. Die Dienstleistungspalette reicht von der reinen Mitarbeiter-Befragung über Befragung und Teilnahme am Wettbewerb bis hin zur Befragung, Teilnahme und Beratung und Hilfe bei Umsetzung der erforschten Ansätze. Gleichzeitig erhalten die Teilnehmer Benchmark-Listen, um sich mit ausgewählten Unternehmen vergleichen zu können.

Die Kosten für die Teilnahme der Kunden richtet sich nach der Einrichtungsgröße, teilt das Unternehmen mit.

  • 10-24 Mitarbeiter: 950 Euro
  • 25-49 Mitarbeiter: 1.600 Euro
  • ab 50 Mitarbeiter. ab 4.000 Euro

Bewertungsbasis in den Benchmarkstudien und Wettbewerben sind Mitarbeiterbefragungen zu zentralen Arbeitsplatzthemen wie Führung, Zusammenarbeit, Wertschätzung, Identifikation mit der Arbeit, Bindung an das Unternehmen, berufliche Weiterbildung, Vergütung, Gesundheitsförderung und Work-Life-Balance. Zudem werden die Qualität, Vielfältigkeit und Nachhaltigkeit der Maßnahmen und Konzepte der Personal- und Führungsarbeit einen Kultur-Audit unterzogen. Alle Teilnehmer profitierten unabhängig von einer Platzierung unter den besten Arbeitgebern von der Standortbestimmung und wichtigen Impulsen für die Weiterentwicklung als attraktiver Arbeitgeber.

Die Keimzelle von Great Place to Work liegt in San Francisco, USA. Seit 25 Jahren wird diese Dientsleistung international erbracht und erfasst inzwischen mehr als 6000 Unternehmen.

Great Place to Work Deutschland wurde anlässlich des durch die EU-Kommission initiierten Wettbewerbs „Beste Arbeitgeber der EU 2003“ im Jahr 2002 in Deutschland gegründet. 2003 wurde das erste Mal die Liste „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ veröffentlicht.

Die vollständigen Interviews

Bittrich & Bittrich, Lüneburg

Sina Heidemann hat bei der Lüneburger Kanzlei Bittrich & Bittrich die Teilnahme an der Befragung geregelt und auch bei der Verleihung die Urkunde für die Kanzlei in Empfang genommen: „Beste Arbeitgeber Niedersachsen/Bremen 2015“

Warum haben Sie teilgenommen?

Durch die erfolgreiche Teilnahme unseres Unternehmens an der Great Place to Work Befragung haben wir die Möglichkeit, unsere Leistungen im Bereich Mitarbeiterbetreuung und Mitarbeiterentwicklung neutral bewerten und durch die Auszeichnung für Dritte sichtbar werden zu lassen. Hierdurch können wir uns beim Halten bewährter und beim Gewinnen neuer Fachkräfte deutlich von unseren Mitbewerbern abgrenzen. Unsere Mitarbeiter sind ihrerseits stolz darauf, einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung unserer Unternehmenskultur geleistet zu haben und fühlen sich durch die Auszeichnung angespornt, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Wie nutzen Sie die Auszeichnung?

Wir haben die lokale Presse und die Fachpresse informiert und werden in den Onlinemedien über die Teilnahme am Wettbewerb und die Auszeichnung berichten. In zukünftigen Stellenangeboten werden wir auf die Auszeichnung hinweisen.

Wie lief die Befragung ab?

Unsere Mitarbeiter wurden online zur Arbeitskultur in unserer Kanzlei anonym befragt. Die Kanzleileitung wurde zu den Maßnahmen der Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterentwicklung, zur Feedbackkultur, zum Vorschlagwesen und weiteren Themen rd. um die Mitarbeiterführung befragt. Bei uns haben alle Mitarbeiter monatlich die Möglichkeit zum Monatsende ein Feedback zu ihrer Arbeitssituation und den Arbeitsbedingungen abzugeben und Verbesserungsvorschläge zu machen. Verbesserungsvorschläge werden hierbei innerhalb vom 48 Stunden nach Monatsende beantwortet und sofern möglich und sinnvoll auch umgesetzt.

Wie bewerten Sie den Nutzen Ihrer Teilnahme?

Die Teilnahme am Wettbewerb ist aufgrund des Benchmarks aufschlussreich. Zudem ergeben sich aus der Auswertung der Mitarbeiterbefragung Potentiale zur Verbesserung des ERM-Systems.

Sina Heidemann ist Assistentin Geschäftsführung und zuständig für ERM (Employer Relation Mananagement) und CRM (Customer Relation Management) Bittrich & Bittrich, Lüneburg, zwei Partner, drei angestellte StB, 44 Mitarbeiter insgesamt.

Curacon, Münster

Eckhard Johanning, Partner und Leiter Personal Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hauptsitz Münster, insg. 10 Niederlassungen, 270 Mitarbeiter, ausgezeichnet im Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2015“.

  • (warum Teilnahme?) Wir haben drei Jahre lang intern selbst konzipierte Mitarbeiterbefragungen durchgeführt und dabei Themen wie Kommunikation, Führung und Arbeitsumfeld abgefragt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wollten wir durch die Teilnahme an Great Place to Work verproben und das Gesamtbild abrunden. Das Instrument Mitarbeiterbefragung hat sich bei uns inzwischen als Kommunikationskanal für ein sehr offenes, vertrauensvolles und authentisches Feedback etabliert.
  • Natürlich ging es uns auch darum, zu erfahren wie wir im Vergleich mit anderen Unternehmen dastehen und was die anderen Unternehmen im Hinblick auf das Thema Arbeitsplatzkultur machen.
  • Eine Auszeichnung war uns ursprünglich weniger wichtig, aber jetzt wo wir sie erhalten haben, werden wir sie selbstverständlich für das Personalmarketing nutzen. Wir sind schon auch ein wenig stolz auf die Auszeichnung.
  • Besonders wichtig war uns, dass wir an keinem gekauften Wettbewerb teilnehmen, sondern tatsächlich einer kritischen Überprüfung unterzogen werden und handfeste Anregungen für unsere Personalpolitik bekommen.
  • (nächste Schritte?) Wir haben die Ergebnisse in Mitarbeiter-Hearings in allen Niederlassungen besprochen. Jetzt werden die aufgezeigten Handlungsfelder gemeinsam mit den Mitarbeitern priorisiert und Maßnahmenpläne aufgestellt. Unsere Mitarbeiter werden über den Fortgang laufend informiert.
  • Die Ergebnisse haben viele der Maßnahmen bestätigt, die wir in den vergangenen Jahren angestoßen haben, aber wir werden uns jetzt nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern uns dem Thema weiterhin sehr intensiv widmen.

Die Veteranen

HSP Hannover, 2. Platz „Beste Arbeitgeber Niedersachsen/Bremen 2014“

StB Carsten Schulz, Gesellschafter der HSP Gruppe, hat 2014 mit seiner Hannoveraner Kanzlei teilgenommen und berichtet telefonisch davon. Er sagt:

„Wir hatten davon gehört und sind natürlich immer scharf auf Auszeichnungen. Ich war davon ausgegangen, dass es mit ein paar eingereichten Unterlagen getan ist, aber nein, es werden anonym die Mitarbeiter befragt und heraus kommt eine Stärken-Schwäche-Analyse zum Thema Arbeitskultur. Unser Ergebnis war so gut, dass wir den zweiten Platz in Niedersachsen/Bremen gemacht haben. Besonders bei Vereinbarkeit Familie/Beruf und Identifikation mit dem Arbeitgeber haben wir Bestnoten bekommen. Das Erweckungserlebnis waren aber die Schwachstellen: Kommunikation in der Kanzlei, Einbeziehung der Mitarbeiter, da hatten wir eine Backpfeife bekommen. Nach der Auszeichnung hat sich ein Berater bei uns gemeldet und wir haben dann mit ihm die Themen Kanzeileitbild, Grundsätze der Kommunikation und so weiter aufgearbeitet. Das war langwierig und anstrengend, wurde aber im Rahmen des Programms Unternehmenswert Mensch großzügig bezuschusst. Wahrscheinlich nehmen wir in ein oder zwei Jahren wieder teil. Die Befragung läuft ja gleich ab, so dass man direkt eine Entwicklung ablesen kann. Great Place to Work ist eine der wenigen Arbeitgeberauszeichnungen, die man nicht beeinflussen kann. Ich kann die Teilnehme empfehlen. Intern hat es die Stimmung gehoben, besonders durch unser Folgeprojekt haben die Mitarbeiter gemerkt: Hier tut sich was. Nach Außen haben wir kräftig mit der Auszeichnung geworben. Ob es wahrgenommen wurde, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Allerdings hat sich kurze Zeit später ein junger Fachwirt bei uns beworben – aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus! Er war auf der Suche nach einer Perspektive und hat sich nirgends anders beworben. Wir haben ihn eingestellt.“

TKP – Tutas Kruse & Partner, 1. „Beste Arbeitgeber Niedersachsen/Bremen 2014“

StB Mario Tutas von der Kanzlei TKP berichtete am Telefon von seiner Teilnahme im vergangenen Jahr:

„Das war eine positive Erfahrung. Oft sind solche Wettbewerbe ja der schlecht getarnte Austausch von Geld gegen Auszeichnung. Hier gibt es allerdings Kriterien, nach denen ausgezeichnet wird; nicht jeder Teilnehmer bekommt automatisch eine Urkunde. Es gab zwei Effekte in der Außenwirkung: Die Mitarbeiter präsentierten es stolz in ihrem Familien- und Bekanntenkreis. Und die Zahl der Initiativ-Bewerbungen stieg. Man muss es natürlich medial ausschlachten. Wir haben kurz danach die Initiativ-Bewerbung einer Fachwirtin bekommen, das ist ja sowas wie die blauen Mauritius auf dem Arbeitsmarkt. Wir haben auch Informationen bekommen, was bei uns nicht so gut läuft – nämlich das Thema Work-Life-Balance. Deshalb bieten wir jetzt auch Betriebssport und eine ‚Burn-out-Sprechstunde‘.“

Was ist das?

„Wir haben eine Gesundheitsmanagenerin engagiert. Sie hat auf einer Infoveranstaltung den Mitarbeitern klar gemacht, dass nicht zu ihr kommt, wer einen an der Marmel hat, sondern derjenige, der verhindern möchte, durch Überlastung mental Schaden zu nehmen. Und jetzt können die Mitarbeiter zwei mal jährlich zu Präventionsgesprächen zu ihr gehen und über ihre Situation sprechen. Es geht um Achtsamkeit und darum, eigene Belastungsgrenzen rechtzeitig zu erkennen. Die Hälfte der Mitarbeiter nutzt das. Für die Kanzleileitung bedeutet das aber auch, dass Mitarbeiter mal Nein sagen, wenn man ihnen Arbeit aufdrücken möchte.“

Willst Du noch mal teilnehmen?

„Wir werden es wahrscheinlich im 3-Jahres-Takt wiederholen. 2017 damit zu werben, dass man 2014 ein ausgezeichneter Arbeitgeber war, wäre ja irgendwie komisch. Jedes Jahr wäre wiederum zu viel des Guten und außerdem hat so StB Carsten Schulz auch mal die Chance auf einen ersten Platz.“

WMS-Treuhand: „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2014“

WP CVA Matthias Upmeier, Partner der WMS Treuhand, Osnabrück (7 Partner/Gesellschafter, 20 Berufsträger, ins. 150 Köpfe)

  • Wir wollten mit der Teilnahme nicht werben, sondern erfahren, was unsere Mitarbeiter über die Arbeit bei uns denken. Daher suchten wir einen Anbieter für eine anonyme Mitarbeiterbefrageung. Great Place schien ein seriöser Anbieter zu sein und hat das durch die Art der Erhebung und Auswertung auch bestätigt.
  • Nach der Erhebung hatten wir rund 140 Themen identifiziert und sie zu größeren Themenblöcken wie Gesundheit oder Innovation zugsamengefasst. Die Mitarbeiter konnten sich dann nach Vorlieben in diese Projektgruppen bewerben und bekamen ein Zeit- und Geldbudget. In den Projektgruppen wurden Lösungen erarbeitet und nach einer finalen Entscheidung durch die Partner, dann auch umgesetzt.
  • (Beispiele) Es ging bei dem Thema Gesundheit zum Beispiel um ergonomische Arbeitsplätze und deren Ausstattung. Eine andere Gruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, Mandantenwünsche in richtige Produkte umzusetzen. Das Ergebnis: Eine digitale und gut lesbare BWA mit Liquiditätsvorschau, die ein Handwerker ohne BWL-Studium gut versteht – und gleichzeitig unsere Kosten nicht sprengt.
  • (Effekt?) Die Mitarbeiter haben gemerkt, dass die Kanzleileitung etwas nachhaltig verbessern möchte. Bei der zweiten Teilnahme 2014 waren die Zufriedenheitswerte deutlich gestiegen und wir wurden als Great Place to Work ausgezeichnet.
  • (Effekte Außenwirkung) Wir wurden oft drauf angesprochen und haben die Auszeichnung auf der Homepage und dem Briefpapier abgebildet.
  • (Effekt Mitarbeitergewinnung) Da konnten wir keine großen Effekte feststellen, aber es ging uns ja auch nicht um neue Kräfte, sondern um die Zufriedenheit der vorhandenen Mitarbeiter.
  • Wir empfehlen auch unseren Mandanten eine anonyme Mitarbeiterbefragung und vor allem das gemeinsame Umsetzen mit den Angestellten, um die Arbeitszufriedenheit zu heben.
  • (Kosten) Die Befragung war nicht teuer, teuer war die Bearbeitung der Themen. Wenn man die nicht abrechenbare Zeit addiert, kommt man locker auf einen sechsstelligen Betrag. Wir werden die Teilnahme wahrscheinlich alle paar Jahre wiederholen.
Fotohinweis: Great Place to Work® Prämierungsveranstaltung „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2015“ am 4.3.2015 in Berlin. (Foto: Joana Nietfeld für Great Place to Work)